Die digitale Transformation im Unternehmen stellt neue Anforderungen an die Rolle des Chief Financial Officer (CFO), so das Ergebnis einer Umfrage der Managementberatung Horváth & Partner. Jeder zweite Studienteilnehmer hält die Anpassung der CFO-Organisation heute für wichtig – 14 Prozent mehr als bei einer vorangegangenen Befragung im Jahr 2014. Dementsprechend stehen auf der Agenda der Finanzvorstände in der DACH-Region derzeit die  Standardisierung der Systemlandschaft, gefolgt von der Reorganisation und Automation von Prozessen.

Die größten Herausforderungen für CFOs liegen laut Studie in gestiegenen Compliance-Anforderungen (60 Prozent), regulatorischen Veränderungen (58 Prozent) und einer fragmentierten IT-Landschaft (58 Prozent). 92 Prozent der Befragten haben sich die Standardisierung der Systemlandschaft auf die Fahnen geschrieben. 91 Prozent arbeiten bereits daran, Prozesse zu reorganisieren und zu automatisieren. 89 Prozent der Befragten wollen darüber hinaus die Steuerung automatisieren.

Als stärkste Treiber der digitalen Transformation im Finanzbereich gelten den Befragten der steigende Effizienzdruck (94 Prozent) und neue Möglichkeiten der Steuerung durch die intelligente Analyse von Daten (90 Prozent). Mehr als 80 Prozent der Befragten beobachten eine radikale Veränderung der Rollen und Kompetenzen in der Finanzfunktion – statt Compliance rücke immer mehr eine strategische Steuerungsposition in den Vordergrund. „Im CFO-Bereich kommen Mitarbeiter mit neuen Skills zum Einsatz, um die Möglichkeiten der Digitalisierung zu realisieren. Neue Organisationseinheiten wie Financial Digital Labs oder Digital Shared Units werden aus der Taufe gehoben“, sagt Kai Grönke, Partner bei Horváth & Partners. „Deshalb sollten wesentliche Änderungen in der CFO-Organisation von einem Change-Management-Programm begleitet werden. Das unterstützen auch mehr als 60 Prozent der Befragten.“

Trotz der hohen Priorität, den viele Befragte einem smarten Umgang mit Daten zusprechen, werden viele neue Technologien nur zaghaft eingesetzt: 19 Prozent nutzen Big Data beziehungsweise Predictive Analytics, 39 Prozent planen die Nutzung. Robotics, Artificial Intelligence oder auch Blockchain sind unter den Verantwortlichen im Finanzbereich sogar noch weniger verbreitet.