Egal ob durch Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl – der deutschen Wirtschaft entsteht durch Varianten von Cybercrime jährlich ein Schaden von 55 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen sind darüber hinaus laut einer Bitkom-Studie in den vergangenen zwei Jahren Opfer von den genannten Verbrechen geworden. Gegenüber der gleichen Studie von vor zwei Jahren ist der Anteil gar um zwei Prozentpunkte angewachsen.

„Unternehmen müssen viel mehr für ihre digitale Sicherheit tun. Die Studie zeigt, dass die Gefahr für Unternehmen aller Branchen und jeder Größe real ist. Jeder kann Opfer von Spionage, Sabotage oder Datendiebstahl werden“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg bei der Vorstellung der Studie heute in Berlin.

In jedem sechsten Unternehmen (17 Prozent) wurden laut Studie in den vergangenen zwei Jahren demnach sensible digitale Daten gestohlen. Vor allem Kommunikationsdaten wie E-Mails (41 Prozent) oder Finanzdaten (36 Prozent) fielen dabei häufig in die Hände der Angreifer. In 17 Prozent der Fälle von Datendiebstahl seien Kundendaten entwendet worden, in 11 Prozent Patente oder Informationen aus Forschung und Entwicklung, in 10 Prozent Mitarbeiterdaten.

Rund jedes fünfte Unternehmen berichtete dem Bitkom von Social Engineering. Dabei werden Mitarbeiter manipuliert, um an sensible Informationen zu kommen, mit denen dann in einem weiteren Schritt zum Beispiel Schadsoftware auf die Firmenrechner gebracht werden kann. Jedes achte Unternehmen (12 Prozent) sei Opfer von digitaler Sabotage geworden, durch die zum Beispiel die Produktion gestört wurde. Acht Prozent berichten vom Ausspähen der digitalen Kommunikation wie E-Mails, sieben Prozent vom Abhören von Telefonaten oder Besprechungen. Klassische analoge Angriffe kämen demgegenüber eher selten vor, teilt derDigitalverband mit. So seien 17 Prozent der Unternehmen Opfer eines klassischen Diebstahls von Dokumenten wie Papieren, Mustern oder Bauteilen geworden, in lediglich vier Prozent der Unternehmen seien Produktionssysteme oder Betriebsaufläufe auf analogem Weg sabotiert und lahmgelegt geworden.

Der Täterkreis lässt sich dem Bitkom zufolge vor allem auf aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens begrenzen. 62 Prozent der Unternehmen, die in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Spionage, Sabotage oder Datendiebstahl wurden, hätten die Täter in diesem Personenkreis identifiziert. 41 Prozent der betroffenen Unternehmen machten Wettbewerber, Kunden, Lieferanten oder Dienstleister für die Angriffe verantwortlich, 21 Prozent Hobby-Hacker und sieben Prozent Personen aus der organisierten Kriminalität, so der High-Tech-Verband.