Ab Anfang 2018 wird im Hamburger Hafen der nächste Mobilfunk-Standard 5G getestet. Ampeln und Schleusen sollen damit gesteuert werden sowie von Barkassen via Sensoren Daten zu Luftqualität oder Windstärke in Echtzeit ermittelt werden, wie ein Sprecher der Hafenbehörde HPA am Mittwoch erläuterte. Es handelt sich um einen Feldversuch, Hafenbetreiber oder Menschen im Hafen werden die Anwendung nicht nutzen können. Zuvor hatten Hamburger Medien darüber berichtet.

„Wir bekommen die Chance, mit einer Netz-in-Netz-Technologie sichere, schnelle und zukunftsweisende Anwendungen für den Hafen zu realisieren. Und mehr noch: Hamburg bestimmt bei 5G den weltweiten Standard mit“, berichtet HPA-Chef Jens Meier. Durch den zwei Jahre laufenden Test erlange der Hafen einen Technologievorsprung. Die EU hatte insgesamt 7,7 Millionen Euro ausgelobt. In Venedig sollen Nutzungen für den Tourismus erprobt werden. 5G soll Daten um ein Vielfaches schneller transportieren als LTE.

5G sei eine Alternative zum Glasfasernetz, „die uns erlaubt, auch kritische Anwendungen per Funk anzubinden – wie beispielsweise die Steuerung einer Schleuse“, sagte Meyer. Der Notfall-Knopf müsse per Funk ausgelöst werden können, erläuterte der HPA-Sprecher. Erforderlich für den Test sind zwei Sendanlagen auf dem Hamburger Fernsehturm und zwei, drei kleinere Antennen im Hafen, die demnächst installiert werden.

dpa