Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Geschäftsführer und Vorstände von Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten in Deutschland geben an, dass sie von Plattform-Ökonomie, Plattform-Märkten oder digitalen Plattformen noch nie gehört haben. Nur 43 Prozent kennen die Begriffe, so eine Umfrage im Auftrag des ITK-Verbandes Bitkom. Verglichen zum Vorjahr ist dies eine leichte Verbesserung: 2017 kannten 34 Prozent die Begrifflichkeiten der Plattform-Ökonomie.

„Wer als Unternehmer heute die Möglichkeiten digitaler Plattformen ignoriert, der handelt grob fahrlässig. Das ist so, als ob Unternehmer in früheren Jahren vor der Automatisierung oder der Elektrifizierung die Augen verschlossen hätten“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Digitale Plattformen werden sich in praktisch jeder Branche etablieren. Die Plattformen brechen über Jahrzehnte gewachsene Wertschöpfungsketten auf, sorgen für größere Transparenz und schaffen mehr Wettbewerb. Unternehmen sollten alle Möglichkeiten ausloten, solche Plattformen aufzubauen oder zu nutzen.“

Auch Unternehmen, denen die Plattform-Ökonomie bekannt ist, tun sich mit deren Etablierung im eigenen Unternehmen schwer: So gibt mehr als jedes dritte dieser Unternehmen (39 Prozent) an, dass digitale Plattformen für das eigene Geschäft nicht relevant seien. Besonders skeptisch sind Industrieunternehmen: Von ihnen sagen zwei Drittel (67 Prozent), das Thema sei für sie ohne Bedeutung. Immerhin bieten etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Unternehmen, die den Begriff digitale Plattformen kennen, eigene Produkte oder Dienste auf einer Plattform an, 4 von 10 (43 Prozent) kaufen Produkte auf Plattformen ein oder buchen dort Dienstleistungen. Jedes zehnte Unternehmen, dem digitale Plattformen bekannt sind (10 Prozent), betreibt selbst eine solche.