Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht bei Geldanlagen über Internet-Plattformen. «Die Renditen sind beim Crowdinvesting meist deutlich höher als beispielsweise auf dem Tagesgeldkonto, aber das Risiko ist auch größer», sagte Wolf Brandes, Finanzmarktwächter bei der Verbraucherzentrale Hessen, der Deutschen Presse-Agentur. Nach Beobachtung der Verbraucherschützer werden Zinsen von durchschnittlich 4,5 Prozent geboten, in der Spitze sind es 10 Prozent.

«Anleger sollten die Risiken und Chancen und insbesondere die Ausgestaltung der Verträge genau prüfen», mahnte Brandes. «Das Risiko reicht bis zum Totalverlust des Geldes im Falle einer Insolvenz.» Bislang haben nach einer Umfrage der Marktwächter lediglich zwei Prozent von rund 1000 befragten Internetnutzern Geld über Plattformen im Netz angelegt. Für die Zukunft können sich aber 15 Prozent ein solches Investment vorstellen.

Internetplattformen sammeln dabei Geld zum Beispiel zur Finanzierung von Unternehmen. Ist die Firma erfolgreich, erhalten Anleger Zinsen oder eine Gewinnbeteiligung. Häufig handelt es sich den Angaben zufolge um Nachrangdarlehen – im Falle einer Insolvenz bekommen die Investoren ihr Geld erst, wenn alle anderen Gläubiger ausbezahlt wurden – oder erfolgsabhängige Darlehen. Beide Anlageformen zählen zum «Grauen Kapitalmarkt», der weniger streng reguliert ist.

dpa